Softgun

Der zwölfjährige Ed schiesst am Strand auf spielende Kinder. Deren Vater erwischt ihn, aber Ed setzt einen Trumpf ein: Der große Bruder der Kleinen geht in Eds Parallelklasse, und den werden sie mobben, wenn der Vater irgendwas unternimmt ...  Mit der Erinnerung an dieses Schlüsselerlebnis beginnt Eds assoziative, sprunghafte Schilderung seines noch jungen Lebens. Die Gang der Freunde, bei deren Aktionen er sich gern durch Einfälle und Gewalttätigkeit hervortut, spielt eine zentrale Rolle. Zwei weitere Gewaltsituationen stechen hervor. Das eine Mal dreschen Ed und seine Kumpanen einen fremden Jungen besinnungslos zusammen. Das andere Mal geschieht dasselbe mit Ed. Da ist er gerade aus dem Gefängnis entlassen worden. Kindheitserlebnisse kommen hoch, die Oma und die verkorkste erste frühe Liebe - das Mädchen hatte in ihm, dem Rowdy, schon früh den Loser erkannt. "Es gibt immer einen, der stärker ist als du", muss Ed sich wiederholt eingestehen. Ein hoch assoziativer Monolog. In ihm folgen dramatisches Vergegenwärtigen, nachdenkliche Reminiszenz, poetische Bruchstücke einander unberechenbar, ohne Chronologie. Sowohl durch Thema und Zielgruppenbezug als auch durch den Schluss, der unweigerlich Gespräche provoziert, ist das Stück für das Klassenzimmer geeignet. Das Thema der jugendlichen Gewalt liegt offen da, unerklärt, ohne Vorwurf oder Mitleid. Jetzt sind Erklärungen, Erfahrungen, Reaktionen gefragt.

 

Text: Mats Kielbye
Regie: Christian Thausing
Spiel: Hanif Jeremy Idris
Produktionsleitung: Andreas Schmidhauser